Dr. Dorothea Thomassen
21.04.2023
22.04.2023

Pforten verbinden und trennen Innen und Außen. Auch unsere Sinneskanäle - Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken - sind Pforten der Wahrnehmung. Sie agieren auf dieser Schwelle zwischen Innen und Außen und erfüllen vielfältige Aufgaben:

  • Sie ermöglichen einen Zugang zur äußeren Welt.
  • Sie sind Instrumente der Kommunikation: Ein zorniger Blick hat eine andere Bedeutung als ein liebevoller.
  • Sie ermöglichen Selbstwahrnehmung, durch sie geschieht Introspektion, das In-sich-Hineinhören, das In-sich-Hineinspüren.
  • Sie sind ein Zugang zum Spirituellen.

Unterschiedliche Menschen bevorzugen verschiedene Sinneskanäle als Erfahrungszugang und leben so in unterschiedlichen Erlebniswelten. Erstaunlicherweise gilt dies auch für unterschiedliche Kulturen. Durch den bevorzugten Kanal entstehen Strukturen und Werte, die einen Menschen oder eine Kultur prägen. Umgekehrt kann die Vernachlässigung eines Kanals zu spezifischen Problemen führen. Wer seinen Blick voll auf sein Ziel richtet, kann Gefahr laufen, das Gespür für sich zu verlieren. Die Hypnose nutzt die Sinne zur Induktion und Vertiefung von Trancezuständen. Dabei ist es für das Wesen einer Tranceerfahrung entscheidend, welche Sinnesmodalitäten berücksichtigt werden. Diese differenzierten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Sinne wurden aber von der modernen Hypnose bislang viel zu wenig berücksichtigt und genutzt. Der Workshop befasst sich mit den folgenden Fragen:

  • Welches Erfahrungsfeld eröffnet die jeweilige Sinnesmodalität?
  • Welche Strukturen und Werte finden sich in diesem Feld?
  • Woran können Therapeuten den bevorzugten und den vernachlässigten Sinn eines Menschen erkennen?
  • Wie lassen sich offene Pforten nutzen und verschlossene Pforten öffnen?

Der Workshop verbindet Theorie und Praxis aus Hypnotherapie, Religionstheorie und Traditioneller Chinesischer Medizin. Er enthält eine Reihe von Selbsterfahrungsanteilen, die sich vor allem auf einzelne Sinneskanäle beziehen. Ziel ist es, die einzelnen Pforten und das dazu gehörende Erfahrungsfeld zu erforschen, um sie in der therapeutischen Arbeit gezielt nutzen können.

Über Dr. Dorothea Thomassen:

Fachärztin für Chirurgie, arbeitet in ihrer privatärztlichen Praxis heute auf der Basis Erickson´scher Hypnose und Traditioneller Chinesischer Medizin in einem weiten Spektrum der Psychosomatik mit Klienten aller Altersgruppen. Sie ist Ausbilderin der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH). Spezialseminare z. B. zur Raucherentwöhnung, Änderung von Gewohnheiten und zu Süchten.

Dr. phil. Burkhard Peter
10.03.2023
11.03.2023

Die klinische Hypnose/Hypnotherapie gehört (zusammen mit ihrem Vorläufer, dem Mesmerismus/Animalischen Magnetismus), zu den ältesten und - unter bestimmten Voraussetzungen - effektivsten Methoden psychologischer Schmerzkontrolle. Schmerzen kann man als eine besondere Form der „Konstruktion von Wirklichkeit“ ansehen. Es lohnt sich daher, die allgemeinen Prinzipien zur Konstruktion von Wirklichkeit daraufhin zu untersuchen, was sie zur hypnotischen Schmerzkontrolle beitragen können. Vor diesem konstruktivistischen Hintergrund werden gerade chronische Schmerzzustände und ihre hypnotische Veränderung verständlich und es ergeben sich Hinweise zur differentiellen Indikation.

Im praktischen Teil des Seminars werden Indikation und Kontraindikation für hypnotische Schmerzkontrolle, für symptom- und problemorientiertes Vorgehen erörtert und dann spezifische Techniken zur Schmerzkontrolle demonstriert, praktisch eingeübt und in ihrer Anwendung diskutiert bzw., soweit möglich, wiederum demonstriert und eingeübt.Die Bereitschaft der Teilnehmer zu aktiver Selbsterfahrung in den verschiedenen hypnotischen Techniken ist sowohl bei den Demonstrationen wie auch bei den Übungen wünschenswerte Voraussetzung.

Literatur:

Peter, B. (2003). Hypnose. In H.-D. Basler, C. Franz, B. Kröner-Herwig, & H.P. Rehfisch (Hrsg.), Psychologische Schmerztherapie. Berlin: Springer.
Peter, B. (1998). Möglichkeiten und Grenzen der Hypnose in der Schmerzbehandlung. Der Schmerz, 12, 179-186.
Revenstorf, D. & Peter, B. (Hrsg.) (2001). Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Heidelberg: Springer.

Über den Seminarleiter:

Dr. phil. Burkhard Peter, Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis in München. Mitbegründer des Instituts für Integrierte Therapie (IIT) in München 1976; Gründungsvorsitzender der Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (M.E.G.) von 1978 – 1984; im Vorstand der International Society of Hypnosis (ISH), Melbourne, Australien von 1992 bis 2000.

Verantwortlicher Herausgeber einer Fachzeitschrift (Hypnose: Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie [vormals 1984 – 2005: Hypnose und Kognition]), Mit-Herausgeber und Autor von 6 Büchern und mehr als 120 Artikeln und Buchbeiträgen über Hypnose und Hypnotherapie.

1997 Fellowship der American Society for Clinical Hypnosis (ASCH), 1999 Lifetime Achievement Award for outstanding contributions to the field of psychotherapy der Milton H. Erickson Foundation, Phoenix, AZ, USA, 2004 Pierre Janet Award for Clinical Excellence der International Society of Hypnosis (ISH), 2006 Milton Erickson Preis der Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (M.E.G.).

Ausbilder und Supervisor in Hypnotherapie für die M.E.G., für andere Hypnosegesellschaften und für verschiedene Psychotherapie-Ausbildungsinstitute; Ausbildungsermächtigung der Bayerischen Landesärztekammer für Hypnose, PME, AT und GT. Delegierter in der Bayerischen PsychotherapeutInnenkammer

Lehrauftrag für klinische Hypnose am Psychologischen Institut der Universität München.

Dipl.-Psych. Martin Braun
14.10.2022
15.10.2022

Drehschwindel, Tinnitus, Herzsensationen, usw. oft verbunden mit Panikattacken , Ängsten und depressiven Empfindungen , sind Störungen, die von PatientInnen immer häufiger beschrieben werden. In der Therapie zeigen sich diese Symptome meist hartnäckig bedrohlich und lösen Handlungsunfähigkeit aus. Anfängliche Erfolge in der Veränderungsarbeit führen über rückfälliges Erleben meist zu problemstabilisierenden Glaubenshaltungen – die Symptome scheinen unabänderlich.

Im Seminar wird vermittelt, wie entsprechendes ressourcenorientiertes hypnotherapeutisches Arbeiten genutzt werden kann, um Symptome – teils überraschend schnell – zu verändern, abzubauen, neu zu bewerten.

Seminarinhalte : Selbsthypnose. Würdigung der Symptomatik als freundlicher Zeichengeber im Rahmen eines reframing. Trance als Hilfe ganzheitliche Ziele zu markieren. Indirekte Suggestionen als Hilfe die „alte“ innere Sprache in Bezug auf Hilflosigkeit zu dehypnotisieren. Therapeutische Geschichten, Metaphern,Symbole öffnen unbewußte Balancen und neue Lösungswege. Zeitprogressionstechniken lassen Zielerreichungen  real schwingen. Der Rückfall als Freund und Richtungsweiser für Modifizierungen. Focussierung auf die „neue“ innere Sprache in Bezug auf Handlungsfähigkeit und ihre Etablierung.

Über den Seminarleiter:

Dipl.-Psych. Martin Braun; PP, KJP
Ausbildungen: VT, Klinische Hypnose, system. Familientherapie, NLP
Arbeitet in freier Praxis mit den Schwerpunkten: traumatische Störungen, Psychosomatik, Depression, Burnout.
Coach und Mentaltrainer im Bereich Wirtschaft und Sport.
Ausbilder und ehemaliges langjähriges Vorstandsmitglied der M.E.G.