Ortwin Meiss (Hamburg)
06.11.2020
07.11.2020

Depressionen gehören zu den am häufigsten zu behandelnden Symptomen in der Psychotherapie. Depressive Klienten sind gleichwohl für viele Therapeuten schwierige und lästige Klienten, die viel klagen und wenig Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen liefern.Die Angebote des Therapeuten verhallen oft ohne Wirkung oder werden entwertet: “Bringt alles nichts, hat nichts genützt, Sie könnenmir auch nicht helfen”.Viele finden es ermüdend mit Depressiven zu arbeiten und fühlen sich nach der Sitzung geschlaucht und ausgelaugt.

Das Seminar bietet hypnotherapeutische Techniken, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden können, und Strategien für den Therapeuten, um sich selbst davor zu schützen, in den Sog des Depressiven zu geraten und sich bei der Arbeit mit Depressiven erschöpft und ausgebrannt zu fühlen. Frei nach Ericksons Devise: “don`t work harder than the client.”

Inhalte

Was tun, wenn -

  • der Klient keine Begründung für die depressiven Gefühle angeben kann (“eigentlich habe ich ja alles”) oder einen lähmt mit Generalisierungen (“hat ja doch alles keinen Sinn”)
  • der Klient keine Verantwortung für seine Situation übernimmt und sich beständig als Opfer wahrnimmt
  • der Klient klagt und ambivalent gegenüber Veränderungen ist und Vorschläge des Therapeuten ablehnt oder boykottiert
  • ohne Hoffnung auf Veränderung ist und keine Perspektiven entwickeln kann
  • mit Suizid droht

Das Seminar zeigt Methoden und Techniken zur Veränderung von depressionsfördernden Einstellungen und Barrieren und Wege aus der Problemtrance und vermittelt, wie Klienten zu einem kreativen Umgang mit Niederlagen, Misserfolgen und Rückschlägen angeregt werden. Zentral ist ein grundlegendes Verständnis der Depression als Ansammlung emotionaler Minuskonten. Ein Konzept das psychoanalytisches Wissen und kognitive sowie verhaltenstherapeutische Ansätze mit hypnotherapeutischer Praxis integriert.

Über den Seminarleiter:

Dipl.-Psych. Ortwin Meiss ist Ausbilder der Milton Erickson Gesellschaft und leitet das Milton Erickson Institut in Hamburg. Er arbeitet als Psychotherapeut in eigener Praxis. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Behandlung von traumatisierten Patienten und Patienten mit chronischen Schmerzen.