Dr. Dorothea Thomassen
26.02.2021
27.02.2021

Pforten verbinden und trennen Innen und Außen. Auch unsere Sinneskanäle - Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken - sind Pforten der Wahrnehmung. Sie agieren auf dieser Schwelle zwischen Innen und Außen und erfüllen vielfältige Aufgaben:

  • Sie ermöglichen einen Zugang zur äußeren Welt.
  • Sie sind Instrumente der Kommunikation: Ein zorniger Blick hat eine andere Bedeutung als ein liebevoller.
  • Sie ermöglichen Selbstwahrnehmung, durch sie geschieht Introspektion, das In-sich-Hineinhören, das In-sich-Hineinspüren.
  • Sie sind ein Zugang zum Spirituellen.

Unterschiedliche Menschen bevorzugen verschiedene Sinneskanäle als Erfahrungszugang und leben so in unterschiedlichen Erlebniswelten. Erstaunlicherweise gilt dies auch für unterschiedliche Kulturen. Durch den bevorzugten Kanal entstehen Strukturen und Werte, die einen Menschen oder eine Kultur prägen. Umgekehrt kann die Vernachlässigung eines Kanals zu spezifischen Problemen führen. Wer seinen Blick voll auf sein Ziel richtet, kann Gefahr laufen, das Gespür für sich zu verlieren. Die Hypnose nutzt die Sinne zur Induktion und Vertiefung von Trancezuständen. Dabei ist es für das Wesen einer Tranceerfahrung entscheidend, welche Sinnesmodalitäten berücksichtigt werden. Diese differenzierten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Sinne wurden aber von der modernen Hypnose bislang viel zu wenig berücksichtigt und genutzt. Der Workshop befasst sich mit den folgenden Fragen:

  • Welches Erfahrungsfeld eröffnet die jeweilige Sinnesmodalität?
  • Welche Strukturen und Werte finden sich in diesem Feld?
  • Woran können Therapeuten den bevorzugten und den vernachlässigten Sinn eines Menschen erkennen?
  • Wie lassen sich offene Pforten nutzen und verschlossene Pforten öffnen?

Der Workshop verbindet Theorie und Praxis aus Hypnotherapie, Religionstheorie und Traditioneller Chinesischer Medizin. Er enthält eine Reihe von Selbsterfahrungsanteilen, die sich vor allem auf einzelne Sinneskanäle beziehen. Ziel ist es, die einzelnen Pforten und das dazu gehörende Erfahrungsfeld zu erforschen, um sie in der therapeutischen Arbeit gezielt nutzen können.

Über Dr. Dorothea Thomassen:

Fachärztin für Chirurgie, arbeitet in ihrer privatärztlichen Praxis heute auf der Basis Erickson´scher Hypnose und Traditioneller Chinesischer Medizin in einem weiten Spektrum der Psychosomatik mit Klienten aller Altersgruppen. Sie ist Ausbilderin der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH). Spezialseminare z. B. zur Raucherentwöhnung, Änderung von Gewohnheiten und zu Süchten.